Quinoa in Europa anbauen: So könnte es funktionieren

Quinoa in Europa anbauen: So könnte es funktionieren

Exotische Superfoods sind unter anderem deshalb so kostenintensiv, weil sie eine weite Reise zurĂŒcklegen mĂŒssen. Unsere klimatischen Bedingungen gelten als wenig optimal, damit sie perfekt gedeihen können. Zumindest beim Quinoa soll sich dies aber bald Ă€ndern. Forscher sehen in der Theorie eine Möglichkeit, wie man die Pflanze auch in Europa kultivieren kann.

Zusammenfassung

  • đŸŒŸ Forscher wollen Quinoa auch in Europa anbauen.
  • 🧬 In Kiel wurde das Quinoa-Genom entschluesselt.
  • ✅ Erste Anbauversuche erreichten das Reifestadium.
  • 💰 Exotische Superfoods sind wegen langer Transportwege teuer.
  • 🌍 Ziel ist eine wirtschaftliche und oekologische Alternative.

Erste Erfolge mit europĂ€ischer ZĂŒchtung

Quinoa in Europa anbauen: So könnte es funktionieren

Einige Anbauversuche sind bereits geglĂŒckt. Die proteinreichen Samen konnten sich sehr gut entwickeln, bis hin zum Reifestadium. Das Forscherteam von Nazgol Emrani arbeitet an der Christian-Albrechts-UniversitĂ€t in Kiel. Dort sind sie den Chancen auf der Spur, wie sich das Superfood bei uns erfolgreich anbauen ließe.

„Wir wollen eine Quinoa-Art zĂŒchten, die in Europa gedeiht und dabei sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch eine Alternative zu heimischen Kulturpflanzen bietet“, erklĂ€rte die Wissenschaftlerin. Im letzten Jahr entschlĂŒsselten sie das Quinoa-Genom. ZĂŒchterisch bedeutsame Gene können somit identifiziert und charakterisiert werden. 350 verschiedene Quinoa-Sorten erhielten an der UniversitĂ€t eine neue Heimat.

Damit dieser spezielle Quinoa bei uns auf den Feldern wachsen kann, muss er die langen Tage und relativ kurzen Sommer ĂŒberstehen. In ihrer tropischen Heimat ist die Pflanze weniger Schwankungen gewöhnt. Der richtige BlĂŒhzeitpunkt spielt hier ebenso mit hinein. Bis Ende September muss deshalb die Ernte möglich sein. Andernfalls geht die Ernte schlimmstenfalls komplett ein.

Lange Suche hat ihr Ziel erreicht

Weil die Kriterien so restriktiv sind, mussten die Forscher lange suchen. Jetzt scheinen sie eine fast perfekte Sorte gefunden zu haben. Diese wollen sie noch optimieren, damit der NĂ€hrstoffgehalt wĂ€chst. Das sei fĂŒr „gesundheitsbewusste Menschen“ sehr interessant, meinte Emrani. Weshalb es jetzt um die Kreuzung der „optimalen Pflanzen“ geht.

„Wir haben in unseren Untersuchungen schon Quinoa-Arten gefunden, die an die TageslĂ€ngen in Deutschland und Europa angepasst sind und eine kurze Vegetationsphase idealerweise von Mitte April bis Ende August aufweisen“, fĂŒgte die Forscherin hinzu.

Wenn alles weiter so gut lĂ€uft, ist in fĂŒnf Jahren mit einer Kultivierung zu rechnen. Nordeuropa könnte dann die neue Pflanze anbauen. Ob Landwirtschaft und verarbeitend Industrien da mitspielen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

HĂ€ufig gestellte Fragen

Warum sind exotische Superfoods wie Quinoa oft teuer?

Exotische Superfoods sind unter anderem deshalb kostenintensiv, weil sie eine weite Reise zurĂŒcklegen mĂŒssen. Die heimischen klimatischen Bedingungen gelten als wenig optimal fĂŒr ihren Anbau.

Wer erforscht den Anbau von Quinoa in Europa?

Das Forscherteam von Nazgol Emrani arbeitet an der Christian-Albrechts-UniversitĂ€t in Kiel. Dort untersuchen sie die Chancen, wie sich das Superfood erfolgreich in Europa anbauen ließe.

Wann könnte Quinoa in Nordeuropa kultiviert werden?

Wenn alles weiter gut lĂ€uft, ist laut Text in fĂŒnf Jahren mit einer Kultivierung zu rechnen. Die geeignete Sorte muss dabei die langen Tage und kurzen Sommer ĂŒberstehen und bis Ende September erntereif sein.

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