Studien zu Weihrauch und Anwendung von Weihrauch

Studien zu Weihrauch und Anwendungsmöglichkeiten von Weihrauch
Studien zu Weihrauch und Anwendungsmöglichkeiten von Weihrauch

Die Wirkung von Weihrauch ist in der westlichen Welt noch heiß diskutiert. WĂ€hrend einige Studien eine heilende Wirkung bestĂ€tigen, schreiben noch viele Wissenschaftler dem Gummiharz nur eine Placebowirkung zu.

Zusammenfassung

  • 🔬 Die Wirkung von Weihrauch ist wissenschaftlich noch umstritten.
  • đŸ›Ąïž Weihrauch kann das Immunsystem unterdruecken.
  • 🧠 Eine Studie zeigte Erfolge bei Multipler Sklerose.
  • 📉 Nervenschaeden sanken bei Patienten um rund 60 Prozent.
  • 🌿 Boswelliasaeuren wirken entzuendungshemmend mit wenig Nebenwirkungen.

Studien zu Weihrauch

AussagekrĂ€ftig ist eine Studie ĂŒber die Wirkweise von Weihrauch im Immunsystem. Demzufolge wirkt das Baumharz immunsupprimierend, das heißt es ist in der Lage das Immunsystem zu unterdrĂŒcken. Was auf den ersten Moment seltsam oder sogar ungesund klingt, kann in der Krebsbehandlung oder nach einer Organtransplantation enorm wichtig sein. Eine weitere interessante Studie zu Weihrauch stammt von der deutschen Neurologin Dr. Klarissa Hanja StĂŒrner, die am Institut fĂŒr Neuroimmunologie Multiple Sklerose untersuchte.

37 Probanden wurde acht Monate lang zur Behandlung kein Cortison verabreicht, sondern Kapseln mit Weihrauch-Extrakt. Die BoswelliasĂ€uren haben wie die synthetischen Mittel einen antientzĂŒndlichen Effekt, dabei aber weit weniger Nebenwirkungen. Bei 25 ausgewerteten Patienten wurde eine um 60 Prozent reduzierte Rate an NervenschĂ€den festgestellt, die jĂ€hrliche Rate sank somit von 0,94 auf 0,32. Dr. Oliver Werz, Wissenschaftler in der pharmazeutischen und medizinischen Chemie, erforschte die entzĂŒndungshemmende Wirkung der BaumharzsĂ€uren. Diese spielen mit verschiedenen Eiweißen zusammen, vor allem mit dem Enzym Prostaglandin E2. Das Enzym gehört zu den Vermittlern der Immunantwort und ist mit zustĂ€ndig fĂŒr den EntzĂŒndungsprozess und bei der Entstehung von Fieber.

Die Wirkstoffe von Weihrauch hemmen genau dieses Enzym und verringern dadurch die EntzĂŒndungsreaktion. Eine weitere deutsche Untersuchung kann die ursprĂŒngliche Anwendung von Weihrauch gegen rheumatische Erkrankungen, Osteoarthritis und Asthma belegen. Die Morbus-Crohn-Ambulanz in Mannheim testete Weihrauch-Extrakt bei entzĂŒndlichen Darmerkrankungen. Bei Colitis ulcerose wird normalerweise das Standardtherapeutikum Sulfasalazin eingesetzt. Mit dem Ersetzen dieses Medikaments durch den Harzextrakt konnte eine vergleichbare Wirkung festgestellt werden.

2003 wurde Weihrauch und dessen Einfluss auf Multiple Sklerose getestet. An der Studie nahmen 30 Patienten in zwei Gruppen teil, Weihrauch-einnehmende und Placebo-einnehmende. Die Untersuchung fand im doppelt-blinden Ansatz statt, das bedeutet sowohl Patienten als auch die Ärzte wussten nicht, wer den Extrakt und wer das Placebo bekam. Die Behandlung betrug acht Wochen. Die Probanden des Weihrauch-Extraktes gaben nach der Behandlung und ohne zu wissen, mit Weihrauch-Extrakt behandelt worden zu sein an, dass sowohl die Schmerzen als auch die Gelenksteife nachgelassen hat.

DarĂŒber hinaus konnte eine deutlich grĂ¶ĂŸere Gehstrecke schmerzfrei zurĂŒckgelegt werden und Schwellungen an den Gelenken haben sich zurĂŒckgebildet. Lediglich Magenprobleme stellten sich durch die Dosierung teilweise ein. Indische Wissenschaftler schließen dadurch eine in Zukunft mögliche Therapie bei Arthrose durch Weihrauch nicht aus und forschen weiterhin daran.

Generell konnte zudem bereits festgestellt werden, dass definierte Weihrauch-Extrakte wirksamer sind als isolierte BoswelliasĂ€uren oder gemahlenes Gummiharz. Weshalb das so ist, wird kontrovers diskutiert. Laboruntersuchungen zeigten komischerweise auf, dass die Leukotrien-Synthese bei niedrigen Dosen verstĂ€rkt wurde und bei hohen Dosen reduziert worden ist. Die Leukotrien-Synthese ist ein Vorgang, der beim Entstehen von Asthma und anderen allergischen Krankheiten eine wichtige Rolle spielt. Die angefĂŒhrten Belege reichen trotz dessen nicht aus um Weihrauch als gelistetes Arzneimittel im deutschen Medikamenten-Katalog aufzufĂŒhren. Die Wirkungsweise wird namentlich auf NahrungsergĂ€nzungsmittel reduziert. Im EuropĂ€ischen Arzneibuch (Ph. Eur.) ist der aus dem Salaibaum gewonnene indische Weihrauch gefĂŒhrt.

Fest steht, dass viele Institute an dem Wirkstoff forschen und vielversprechende Untersuchungen bereits durchgefĂŒhrt wurden. Wie sich die Heilung mit Weihrauch entwickelt, steht aber noch in den Sternen.

Anwendungsgebiet von Weihrauch

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Weihrauch gegen Arthrose

Arthrose oder auf lateinisch Arthrosis deformans ist eine Gelenkkrankheit die dafĂŒr sorgt, dass der Gelenkverschleiß höher ist, als er fĂŒr das Alter des jeweiligen Menschen angemessen wĂ€re. Ursachen können ein Übermaß an Belastung sein, zum Beispiel durch erhöhtes Körpergewicht. Aber auch angeborene Gelenkfehlstellungen oder Knochenerkrankungen wie Osteoporose können ausschlaggebend dafĂŒr sein.

Weihrauch-Salbe kann Gelenkschmerzen lindern. Der Grund der Linderung ist dabei nicht etwa eine BetĂ€ubung der Nerven, sondern ein tatsĂ€chliches Entgegenwirken der Arthritis. In klinischen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass Schwellungen zurĂŒckgingen, Gelenkschmerz und auch die Gelenksteife verringert werden konnten. Einige Patienten beschrieben eine Besserung der Beschwerden, wenn sie sich in weihrauchberĂ€ucherten RĂ€umen aufhielten, zum Beispiel in TherapierĂ€umen oder Kirchen. Diese Wirkung ist allerdings absolut nicht bewiesen und bislang noch nicht medizinisch nachweisbar. Vermutungen eines Fachmannes nach, kann sich die Wirkung auch in Kombination mit vegetarischer ErnĂ€hrung besser ausbreiten.

Nicht nur Salbe kann gegen Arthrose verschrieben werden, auch Kapseln sind dagegen einzunehmen. Dreimal tĂ€glich, so verschreiben es Homöopathen. Bei Kapseln kam in letzter Zeit hĂ€ufig das GerĂŒcht auf, sie seien mit Dimethyl- und Methylquecksilber stark schadstoffbelastet. In Kapseln und Tabletten gilt in ganz Europa jedoch der Einsatz eines standardisierten, getesteten Weihrauchs, diese Gefahr ist dadurch zu 100 Prozent auszuschließen!

Weihrauch gegen Rheuma

Viele rheumatische AusprÀgungen haben gemein, dass es sich um eine Störung des Immunsystems handelt. Eine Störung die den eigenen Körper dessen Strukturen, wie zum Beispiel die Gelenkinnenhaut, angreifen lÀsst. Eine klare Antwort was Rheuma denn genau ist, wird man nur sehr selten bekommen denn es werden insgesamt 400 verschiedene AusprÀgungen und Krankheiten unter diesem Dachbegriff zusammengefasst. Die indische Medizin sieht einen Grund von Rheuma im Verdauungstrakt. Arbeitet die Verdauung nicht gut, beispielsweise durch sehr proteinreiche und ölige schwere Mahlzeiten, aber auch durch Alkohol oder Bewegungsmangel, strahlt das auf den Rest des Körpers mit erheblichen Folgen aus. Auch das ist ein Grund, weshalb schon vor 5000 Jahren Weihrauch gegen Rheuma verwendet wurde.

Der sĂŒĂŸe und zugleich bittere Geschmack des Shallaki, wie Weihrauch im Ayurveda genannt wird, wirkt nach der Einnahme leicht kĂŒhlend und nach der Verdauung auf der Zellebene eher scharf. Dank der Eigenschaften des Gummiharzes fördert es den Zellstoffwechsel und regt die Verdauung an. Zudem greifen die Ă€therischen Öle, die BoswelliasĂ€uren, bei der Blockade eines Enzyms ein, das fĂŒr die chronischen EntzĂŒndungen ausschlaggebend ist. Dadurch kann Weihrauch bei mehr als nur Rheuma eingesetzt werden.

Weihrauch gegen EntzĂŒndungen

Wie bereits erwĂ€hnt hat Weihrauch eine weitreichende Wirkung aufgrund der schmerzlindernden Eigenschaften, die zugleich EntzĂŒndungen hemmen und antibakteriell wirken. Eine dieser Krankheiten ist Morbus Crohn, was zur Gruppe chronisch-entzĂŒndlicher Darmerkrankungen gehört. Der gesamte Verdauungstrakt kann davon betroffen sein, wobei bevorzugt der untere DĂŒnndarm (terminales Ileum) und der Dickdarm (Colon), seltener die Speiseröhre (Ösophagus) und der Mund der Krankheit Einzug gewĂ€hren. Dabei werden die SchleimhĂ€ute befallen. Dr. Peter Schnabel, Allergologe und wissenschaftlicher Arbeiter der Forschungsgruppe „Noxenkatalog-Datenbank“ der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen hebt hervor, dass erst kĂŒrzlich chinesische Wissenschaftler bei einer Analyse der Weihrauch-Öle 99 chemisch definierte Substanzen feststellten.

Immer wieder fĂ€llt die ErklĂ€rung zurĂŒck auf die BoswelliasĂ€uren des Baumharzes. Durch die Hemmung des Enzyms Prostaglandin E2 kommt es nur zu einer verringerten EntzĂŒndungsreaktion. Doch ein weiterer Wirkmechanismus ist bekannt geworden: die SĂ€uren aus den bernsteinfarbenen TrĂ€nen der BĂ€ume hemmen auch das Enzym 5-Lipoxygenase. Dies ist fĂŒr die Bildung von Leukotrienen verantwortlich, ein freigesetzter Botenstoff des entzĂŒndeten Gewebes. Diese Reaktion hilft auch bei Colitis ulcerosa. Anders als bei Morbus Crohn ist dabei nur die Darmschleimhaut des Dickdarms kontinuierlich betroffen. Standardmedikamt fĂŒr diese Krankheit ist Sulfasalazin. Forscher der Harvard-UniversitĂ€t fanden bei einer evidenz-basierten systematischen Übersicht aller bereits publizierten Studien Beweise fĂŒr die Wirksamkeit bei rheumatoider Arthritis- der Harzextrakt wirkt dabei genau so gut wie bei Colitis ulcerosa.

Ein Derivat wird es von dem angepriesenen Harz des Altertums in nĂ€chster Zeit vermutlich nicht geben, die wirkenden Substanzen sind bisher Ă€ußerst schwer kĂŒnstlich herzustellen. Das spricht bei der Behandlung von EntzĂŒndungen fĂŒr den Einsatz von reinem Weihrauch-Harz.

HĂ€ufig gestellte Fragen

Welche Wirkung hat Weihrauch auf das Immunsystem?

Laut einer im Text genannten Studie wirkt das Baumharz immunsupprimierend, das heisst, es kann das Immunsystem unterdruecken. Das kann in der Krebsbehandlung oder nach einer Organtransplantation wichtig sein.

Was ergab die Studie von Dr. Stuerner zu Multipler Sklerose?

In der Studie erhielten 37 Probanden acht Monate lang statt Cortison Kapseln mit Weihrauch-Extrakt. Bei 25 ausgewerteten Patienten sank die jaehrliche Rate an Nervenschaeden um 60 Prozent, von 0,94 auf 0,32.

Wie wirken die Boswelliasaeuren des Weihrauchs entzuendungshemmend?

Laut Dr. Werz spielen die Baumharzsaeuren mit dem Enzym Prostaglandin E2 zusammen, das an der Immunantwort und am Entzuendungsprozess beteiligt ist. Die Wirkstoffe hemmen dieses Enzym und verringern so die Entzuendungsreaktion.

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