Das Wiener Schnitzel: Original-Rezept verwendet ausschließlich Kalbfleisch, das hauchdünn geklopft, in Mehl, Ei und Semmelbröseln paniert und in reichlich Butterschmalz oder Pflanzenöl schwimmend gebraten wird. Nur dieses Rezept darf in Österreich offiziell als „Wiener Schnitzel“ bezeichnet werden. Jede Variante mit Schwein oder Huhn heißt korrekt „Schnitzel Wiener Art“.
Key Takeaways
- Echtes Wiener Schnitzel wird ausschließlich aus Kalbfleisch (Kalbsnuss oder Kalbsrücken) hergestellt.
- Das Fleisch muss auf 3 bis 4 Millimeter Dicke geklopft werden, damit es zart und gleichmäßig gart.
- Die klassische Panade besteht aus drei Schritten: Mehl, verquirltes Ei, Semmelbrösel.
- Das Schnitzel muss in reichlich heißem Fett schwimmend gebraten werden, nicht flach in wenig Öl.
- Die ideale Fetttemperatur liegt bei 160 bis 170 Grad Celsius.
- Bratzeit pro Seite: etwa 2 bis 3 Minuten, bis die Panade goldgelb ist.
- Traditionelle Beilagen sind Kartoffelsalat (lauwarm, mit Essig-Öl-Dressing) oder Petersilienkartoffeln.
- Schnitzel Wiener Art aus Schweinefleisch ist eine günstige Alternative, aber kein echtes Wiener Schnitzel.
- Häufige Fehler: zu wenig Fett, falsche Temperatur und zu dickes Fleisch führen zu soggy oder zäher Panade.
- Fertig gebratene Schnitzel halten sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage; einfrieren ist möglich, aber nicht empfehlenswert.
Was ist Wiener Schnitzel und woher kommt es?
Das Wiener Schnitzel ist ein paniertes, gebratenes Kalbsschnitzel und gilt als Nationalgericht Österreichs. Es stammt aus Wien und ist seit dem 19. Jahrhundert ein fester Bestandteil der Wiener Küche.
Die genaue Herkunft ist umstritten. Eine bekannte Legende besagt, dass Feldmarschall Radetzky das Rezept im 19. Jahrhundert aus Mailand nach Wien brachte, wo es als „Cotoletta alla Milanese“ bekannt war. Historiker bezweifeln diese Geschichte, doch die Ähnlichkeit beider Gerichte ist unbestreitbar. Was feststeht: In Wien wurde das Gericht verfeinert, mit Butterschmalz statt Olivenöl gebraten und zur kulinarischen Ikone erhoben.
Heute schützt österreichisches Lebensmittelrecht den Begriff: Nur ein Schnitzel aus Kalbfleisch darf „Wiener Schnitzel“ heißen. Alles andere ist „Schnitzel Wiener Art“.
Was ist der Unterschied zwischen Wiener Schnitzel und normalem Schnitzel?
Der entscheidende Unterschied liegt im Fleisch: Wiener Schnitzel besteht immer aus Kalb, während „normales Schnitzel“ oder „Schnitzel Wiener Art“ meist aus Schweinefleisch gemacht wird.
| Merkmal | Wiener Schnitzel | Schnitzel Wiener Art |
|---|---|---|
| Fleisch | Kalb (Pflicht) | Schwein, Pute, Huhn |
| Panade | Mehl, Ei, Semmelbrösel | Identisch |
| Bratfett | Butterschmalz oder Pflanzenöl | Beliebig |
| Geschmack | Zart, fein, mild | Kräftiger, fester |
| Preis | Teurer | Günstiger |
Schweineschnitzel ist saftiger und günstiger, aber es fehlt die charakteristische Zartheit des Kalbfleisches. Wer das Original-Rezept nachkochen will, kommt am Kalb nicht vorbei.

Das authentische Wiener Schnitzel: Original-Rezept mit allen Zutaten
Das Originalrezept braucht nur wenige, aber qualitativ hochwertige Zutaten. Für 4 Personen:
Zutaten:
- 4 Kalbsschnitzel (je ca. 150-180 g), aus der Kalbsnuss oder dem Kalbsrücken
- Salz und weißer Pfeffer
- 80 g Weizenmehl (Type 405)
- 2-3 Eier, verquirlt
- 150-200 g feine Semmelbrösel (frisch oder gekauft)
- 500-700 ml Butterschmalz oder neutrales Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl)
- 1 Zitrone zum Servieren
- Frische Petersilie zur Garnitur
Wichtig: Keine Gewürze in der Panade, kein Parmesan, kein Knoblauch. Das Original-Rezept ist bewusst schlicht, damit das Kalbfleisch im Mittelpunkt steht.
Wie klopft und paniert man Wiener Schnitzel richtig?
Das Fleisch muss auf 3 bis 4 Millimeter Dicke geklopft werden. Dicker bedeutet zähes Fleisch und ungleichmäßige Garung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Schnitzel zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder in einem Gefrierbeutel legen.
- Mit einem Fleischklopfer oder dem Boden einer schweren Pfanne gleichmäßig und flach klopfen, beginnend von der Mitte nach außen.
- Schnitzel von beiden Seiten leicht salzen und pfeffern.
- Drei flache Teller vorbereiten: Teller 1 mit Mehl, Teller 2 mit verquirlten Eiern, Teller 3 mit Semmelbröseln.
- Schnitzel zuerst im Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen.
- Dann durch das Ei ziehen, kurz abtropfen lassen.
- Anschließend in den Semmelbröseln wenden, die Panade leicht andrücken.
Kritischer Punkt: Die Semmelbrösel dürfen nicht zu fest angedrückt werden. Die Panade soll beim Braten leicht „soufflieren“, also aufgehen und sich vom Fleisch lösen. Das ist das Markenzeichen des echten Wiener Schnitzels.
Braucht man zwingend einen Fleischklopfer? Nein. Der Boden einer schweren Pfanne oder ein Nudelholz funktionieren genauso gut. Wichtig ist gleichmäßiger, sanfter Druck, kein wildes Hämmern, das das Fleisch zerreißt.
Optimale Öltemperatur und Bratzeit für Wiener Schnitzel
Das Schnitzel muss bei 160 bis 170 Grad Celsius in reichlich Fett schwimmend gebraten werden. Pro Seite dauert das 2 bis 3 Minuten.
So geht’s:
- Genug Fett in eine große, flache Pfanne geben, mindestens 1 cm Höhe.
- Fett auf mittlere bis hohe Hitze erhitzen. Temperatur testen: Ein kleines Stück Brot oder ein Holzstäbchen sollte sofort Bläschen bilden.
- Schnitzel einlegen und die Pfanne leicht schwenken, damit das Fett über das Schnitzel schwappt.
- Nach 2 bis 3 Minuten wenden, wenn die Unterseite goldgelb ist.
- Fertig gebratenes Schnitzel auf Küchenpapier abtropfen lassen und sofort servieren.
Häufiger Fehler: Zu wenig Fett oder zu niedrige Temperatur führen dazu, dass die Panade Fett aufsaugt und matschig wird. Zu hohe Temperatur verbrennt die Panade, bevor das Fleisch gar ist.

Kann man Wiener Schnitzel auch mit Hähnchen statt Kalb machen?
Technisch ja, aber das Ergebnis ist dann kein Wiener Schnitzel mehr, sondern ein „Hähnchenschnitzel Wiener Art“. Der Begriff „Wiener Schnitzel“ ist in Österreich gesetzlich an Kalbfleisch gebunden.
Hähnchenbrust funktioniert gut als Alternative: Sie ist günstiger, magerer und für viele Haushalte alltäglicher. Die Zubereitungsmethode bleibt identisch. Allerdings ist Hähnchenbrust weniger zart als Kalb und neigt dazu, beim Klopfen schnell zu zerreißen. Wer Hähnchen verwendet, sollte die Brust quer zur Faser aufschneiden und vorsichtig klopfen.
Wähle Kalb, wenn: du das Original-Rezept nachkochen willst, Gäste beeindrucken möchtest oder den klassischen Wiener Geschmack suchst. Wähle Hähnchen oder Schwein, wenn: Budget eine Rolle spielt oder du für Kinder kochst, die mageres Fleisch bevorzugen.
Warum wird mein Wiener Schnitzel zäh oder matschig?
Zähes Schnitzel entsteht fast immer durch zu dickes Fleisch oder falsches Klopfen. Matschige Panade ist das Ergebnis von zu wenig Fett oder falscher Temperatur.
Die häufigsten Fehler und ihre Lösungen:
- Zu dickes Fleisch: Schnitzel muss auf 3 bis 4 mm geklopft werden. Dicker als 5 mm führt zu zähem, ungleichmäßig gegartem Fleisch.
- Zu wenig Fett: Das Schnitzel muss schwimmen, nicht braten. Geiz beim Fett ist der häufigste Fehler in Heimküchen.
- Falsche Temperatur: Zu kalt bedeutet Fettaufsaugung und Matsch. Zu heiß verbrennt die Panade.
- Panade zu fest angedrückt: Die Brösel müssen locker aufliegen, damit sie soufflieren können.
- Schnitzel zu früh gewendet: Erst wenden, wenn die Unterseite wirklich goldgelb ist.
- Schnitzel gestapelt nach dem Braten: Fertige Schnitzel nie aufeinanderlegen, die Panade wird sofort weich.
Wiener Schnitzel vs. Cotoletta vs. Milanesa: Was ist der Unterschied?
Alle drei sind panierte Fleischgerichte, aber sie unterscheiden sich in Fleisch, Fett und Technik.
- Wiener Schnitzel: Kalb, schwimmend in Butterschmalz oder Pflanzenöl gebraten, Panade souffliert.
- Cotoletta alla Milanese: Ebenfalls Kalb, aber oft mit Knochen („Ohrwaschel“), in Butter gebraten, Panade liegt flach an.
- Milanesa (Südamerika): Meist Rind, flach in wenig Öl gebraten, oft mit Parmesan in der Panade.
Der wesentliche Unterschied zwischen Wiener Schnitzel und Cotoletta: Das Wiener Schnitzel wird schwimmend gebraten, die Panade löst sich leicht vom Fleisch. Die Cotoletta wird in Butter gebraten, die Panade bleibt fest am Fleisch.
Traditionelle Beilagen: Was serviert man zum Wiener Schnitzel?
Die klassische Beilage zum Wiener Schnitzel ist Wiener Erdäpfelsalat, ein lauwarmer Kartoffelsalat mit Essig-Öl-Dressing, ohne Mayonnaise.
Klassische Beilagen:
- Wiener Erdäpfelsalat (lauwarmer Kartoffelsalat mit Essig, Öl, Zwiebeln)
- Petersilienkartoffeln (in Butter geschwenkte, glatte Kartoffeln mit frischer Petersilie)
- Gurkensalat (dünn gehobelte Gurken mit Essig-Dressing)
- Preiselbeerkonfitüre (besonders in Wien als süß-saurer Kontrast beliebt)
Pommes frites sind keine traditionelle Beilage, sondern eine moderne Ergänzung. In Wiener Gasthäusern wird das Schnitzel fast immer mit Erdäpfelsalat oder Petersilienkartoffeln serviert.
Wie lange hält Wiener Schnitzel im Kühlschrank und kann man es einfrieren?
Fertig gebratene Schnitzel halten sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage, wenn sie luftdicht verpackt oder abgedeckt gelagert werden. Zum Aufwärmen eignet sich ein Backofen bei 180 Grad besser als eine Mikrowelle, die die Panade weich macht.
Einfrieren ist möglich, aber nicht ideal. Die Panade leidet beim Auftauen: Sie verliert ihre knusprige Textur und wird oft matschig. Wer einfrieren muss, sollte die rohen, panierten Schnitzel einfrieren (vor dem Braten), sie dann direkt aus dem Gefrierfach in das heiße Fett geben, ohne vorheriges Auftauen.
Empfehlung: Schnitzel frisch zubereiten und sofort servieren. Das Ergebnis ist immer besser als aufgewärmte oder aufgetaute Varianten.
Fazit: So gelingt das Wiener Schnitzel: Original-Rezept zu Hause
Das Wiener Schnitzel: Original-Rezept ist kein kompliziertes Gericht, aber es verzeiht keine Kompromisse bei den Grundlagen. Wer Kalbfleisch auf die richtige Dicke klopft, die Panade nicht zu fest andrückt und das Schnitzel in ausreichend heißem Fett schwimmend brät, bekommt ein Ergebnis, das jedem Wiener Gasthaus Ehre macht.
Deine nächsten Schritte:
- Kaufe frisches Kalbfleisch beim Metzger, idealerweise aus der Kalbsnuss.
- Bereite alle drei Panierkomponenten vor dem Klopfen vor, damit du zügig arbeiten kannst.
- Verwende eine große, schwere Pfanne und spare nicht am Fett.
- Serviere sofort mit Wiener Erdäpfelsalat und einer Zitronenspalte.
Das Original-Rezept lebt von Qualität, Technik und Respekt vor dem Handwerk. Einmal richtig gemacht, wirst du verstehen, warum dieses Gericht seit über 150 Jahren die Herzen von Wienern und Gästen aus aller Welt gewinnt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Fleisch wird für das echte Wiener Schnitzel verwendet? Ausschließlich Kalbfleisch, vorzugsweise aus der Kalbsnuss oder dem Kalbsrücken. Schweine- oder Hühnerfleisch ergibt ein „Schnitzel Wiener Art“, aber kein echtes Wiener Schnitzel.
Wie dünn muss das Schnitzel geklopft werden? Auf 3 bis 4 Millimeter Dicke. Das ist entscheidend für eine gleichmäßige Garung und zarte Textur.
Welches Fett ist das beste zum Braten? Traditionell Butterschmalz für den Geschmack, alternativ neutrales Pflanzenöl wie Sonnenblumenöl. Olivenöl ist nicht geeignet, da es einen zu niedrigen Rauchpunkt hat und den Geschmack verändert.
Warum souffliert die Panade meines Schnitzels nicht? Weil die Brösel zu fest angedrückt wurden oder das Fett nicht heiß genug war. Die Panade muss locker aufliegen und in heißem Fett schwimmen, damit sie sich vom Fleisch löst.
Kann ich Wiener Schnitzel im Backofen zubereiten? Nein, nicht als Original-Rezept. Im Backofen entsteht keine soufflierte Panade. Das Schnitzel muss in der Pfanne schwimmend gebraten werden.
Wie erkenne ich, dass das Fett die richtige Temperatur hat? Ein Holzstäbchen oder ein kleines Stück Brot, das sofort Bläschen bildet, zeigt die richtige Temperatur an. Alternativ: Küchenthermometer auf 160 bis 170 Grad Celsius.
Darf man Parmesan in die Panade geben? Nicht beim Original-Rezept. Parmesan in der Panade ist eine Abwandlung, die zwar schmeckt, aber nicht zum klassischen Wiener Schnitzel gehört.
Was ist der Unterschied zwischen Semmelbröseln und Paniermehl? Semmelbrösel sind grober und luftiger, Paniermehl ist feiner und dichter. Für das Wiener Schnitzel sind feine, trockene Semmelbrösel ideal, da sie eine gleichmäßige, lockere Panade ergeben.
Wie lange brät man ein Wiener Schnitzel pro Seite? Bei richtiger Temperatur (160 bis 170 Grad) etwa 2 bis 3 Minuten pro Seite, bis die Panade goldgelb ist.
Kann man Wiener Schnitzel vorbereiten? Die Schnitzel können paniert und bis zu 1 Stunde im Kühlschrank gelagert werden, bevor sie gebraten werden. Länger nicht, da die Panade sonst Feuchtigkeit zieht.
Quellen
- Österreichisches Lebensmittelbuch (Codex Alimentarius Austriacus), Kapitel B14, Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, 2019. https://www.verbrauchergesundheit.gv.at
- Hauer, Christoph. „Die Wiener Küche: Geschichte und Rezepte.“ Pichler Verlag, 2018.
- Meixner, Harald. „Österreichische Küche: Tradition und Moderne.“ Styria Verlag, 2020.

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