
Die Rhabarbersaison endet traditionell am 24. Juni – wer danach noch Kompott oder Kuchen möchte, muss vorsorgen. Rhabarber gehört zu den wenigen Gemüsearten, die man ohne Blanchieren einfrieren kann und die dabei kaum leiden. Wie du ihn vorbereitest, wie lange er hält und warum er gefroren direkt auf den Kuchen kommt, steht hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Kein Blanchieren nötig: roh eingefroren behält Rhabarber Form und Säure am besten.
- Vorbereitung: waschen, Enden abschneiden, bei dicken Stangen Fäden abziehen, in 2 bis 3 Zentimeter lange Stücke schneiden.
- Haltbarkeit: etwa 12 Monate.
- Vorfrieren auf dem Blech macht die Stücke rieselfähig.
- Nicht auftauen: gefroren in den Topf oder auf den Kuchenteig.
Rhabarber einfrieren – Schritt für Schritt
- Waschen und trocknen: Stangen kalt abspülen und gründlich abtrocknen. Nasse Stücke frieren zusammen.
- Enden entfernen: Blattansatz und das untere, holzige Ende abschneiden. Die Blätter selbst sind wegen ihres hohen Oxalsäuregehalts nicht zum Verzehr geeignet.
- Schälen – oder nicht: junge, dünne Stangen bleiben ungeschält. Bei dicken, späten Stangen ziehst du die groben Fäden mit einem Messer ab.
- Schneiden: in 2 bis 3 Zentimeter lange Stücke. In genau dieser Größe brauchst du ihn später.
- Vorfrieren: Stücke nebeneinander auf ein Blech legen und ein bis zwei Stunden anfrieren.
- Verpacken: portionsweise in Beutel füllen, Luft herausdrücken, beschriften.
Praktisch ist es, gleich in Kuchenportionen zu denken – etwa 500 Gramm pro Beutel reichen für ein Blech. So musst du später nichts abwiegen und nichts wieder einfrieren.
Warum Blanchieren hier nicht nötig ist
Rhabarber ist sehr sauer, und die Säure hemmt die Enzyme, die bei anderem Gemüse für Aroma- und Farbverlust sorgen. Deshalb hält roh eingefrorener Rhabarber problemlos ein Jahr. Wer ihn blanchiert, verliert Farbe und Biss – und ein Teil der Säure geht ins Kochwasser über.
Genau das kann allerdings gewollt sein: Wenn du den Oxalsäuregehalt senken möchtest, überbrühst du den Rhabarber kurz und schüttest das Wasser weg. Für die meisten Zwecke ist das nicht notwendig – Oxalsäure wird erst in größeren Mengen relevant, und späte Stangen enthalten mehr davon als frühe.
Gefrorenen Rhabarber verwenden
| Verwendung | So geht es |
|---|---|
| Kompott | gefroren in den Topf, etwas weniger Flüssigkeit als sonst |
| Kuchen | gefroren auf den Teig, vorher Grieß oder Semmelbrösel auf den Boden streuen |
| Marmelade | gefroren mit dem Zucker ansetzen und langsam erwärmen |
| Crumble | gefroren in die Form, Backzeit um 5 bis 10 Minuten verlängern |
Der wichtigste Kniff betrifft den Kuchen: Aufgetauter Rhabarber gibt viel Saft ab und weicht den Boden auf. Lege ihn deshalb gefroren auf den Teig und streue vorher zwei bis drei Esslöffel Grieß, Semmelbrösel oder Speisestärke darunter. Die binden die Flüssigkeit, die beim Backen austritt.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich Rhabarber vor dem Einfrieren schälen?
Junge, dünne Stangen nicht – die Schale ist zart und gibt Farbe. Bei dicken oder späten Stangen ziehst du die groben Fäden ab, sonst bleiben sie auch nach dem Kochen zäh.
Wie lange kann man Rhabarber einfrieren?
Etwa 12 Monate, also bequem bis zur nächsten Saison. Danach verliert er Aroma, ist aber weiterhin verwendbar.
Warum wird mein aufgetauter Rhabarber matschig?
Weil die Zellwände beim Gefrieren aufbrechen und beim Auftauen Flüssigkeit austritt. Das lässt sich nur umgehen, indem du ihn gar nicht erst auftaust, sondern gefroren weiterverarbeitest.
Kann ich Rhabarber im Ganzen einfrieren?
Möglich, aber unpraktisch: Gefrorene Stangen lassen sich kaum schneiden. Zerkleinere ihn vorher auf die Größe, die du später brauchst.
Auch anderes Obst lässt sich gut bevorraten – etwa wenn du Pflaumen einfrieren möchtest. Zum Gemüse aus dem Sommergarten passt der Ratgeber Zucchini einfrieren.
Eine Gesamtübersicht mit allen Blanchierzeiten und Haltbarkeiten findest du unter Gemüse einfrieren und blanchieren.

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